V8 anblasen 2018 - Traumgarage 3.1 - Destination Münster

Nach der Rekordbeteiligung im vergangenen Jahr ging es 2018 etwas ruhiger zur Sache. Insgesamt 8 Fahrzeuge mit 16 Teilnehmern versammelten sich am 29.04. zum Cruise-Day. In Münster erwartete uns Oldtimerfreund Markus, der dankenswerterweise seine Garage für uns geöffnet hat. Ich glaube mit Fug‘ und Recht sagen zu können – so eine Garage hatte noch niemand der Teilnehmer gesehen.

Um die Jahrtausendwende hat Markus begonnen, seine automobilen Ziele auf einer handgeschriebenen Liste festzuhalten. Nach und nach konnte er eins ums andere Fahrzeug abhaken, da es den Weg in seine Arme gefunden hatte. Dabei geht es ihm weniger um Hersteller oder Modell, sondern vielmehr um ein besonderes Design oder vielleicht auch eine limitierte Auflage. Mittlerweile nennt er 31 Ausstellungsstücke sein eigen, die zwischenzeitlich in dieser besonderen Halle ihren Parkplatz gefunden haben.

Diese Halle ist das, was man gemeinhin als „Männerhort“ bezeichnen würde – die wahr gewordene Spielecke, der ultimative Hobbyraum, das einzigartige Refugium eines Ästhetik-Liebhabers. Natürlich stehen die Autos im Mittelpunkt … aber sie sind nicht nur da und schön. Vielmehr ist fast jeder Wagen der Ausgangspunkt eines Arrangements. Mit einer beispielhaften Hingabe zum Detail hat Markus rund um seine Lieblinge noch mehr Liebenswertes und Besonderes zusammengetragen. 

Beispiel gefällig? Das ist der 74er Käfer, Sonderedition

„World Cup ‚74“, ursprüngliche Auflage 300 Fahrzeuge. Für die frisch gebackenen Fußballweltmeister legte VW noch 25 grüne Cabrios auf, die die Mannschaft geschenkt bekam.

Ein Cabrio besitzt Markus nun nicht, aber auch die Limousine in der originalen Lackierung „cliffgrün“ mit schwarzer Kofferraum- und Motorhaube, dem seitlichen Deko-Streifen und dem Fußball-Schaltknauf steht einwandfrei da. Und als ob das nicht schon genug wäre hat der Wagen (natürlich) das Kennzeichen MS WM 74H. Auf der Hutablage liegt ein Tipp-Kick-Spiel in seiner Verpackung …

Daneben steht ein BMW 635 CSi. Selbstverständlich hängt die BMW-M-Jacke auf dem Bügel hinter dem Fahrersitz und wartet auf ihren nächsten Einsatz. Dann ein Ford Capri 1, gelb-orange, mit schwarzem Vinyldach und auf zeitgenössischen

Sport-Stahlfelgen. Der Blick in den Wagen offenbart auf dem Beifahrersitz die Capri-Betriebsanleitung, die originalen Ford-Capri-Verkausprospekte, auf der Mittekonsole ein paar Fahrerhandschuhe und im Fußraum ein tragbares Radio aus den 70ern. Im roten Opel Commodore A GS/E Coupé neben dem Capri findet sich auf der Rückbank sogar eine Ausgabe der „mot Autokritik“, auf deren Titelbild exakt Markus‘ Auto in rot mit schwrazem Vinyldach abgebildet ist und die den Testbericht zum Wagen beinhaltet … auf dem Beifahrersitz liegt dazu passend das ARAL Partner-Taschenbuch des Jahrgangs 1971 …

Jetzt haben wir so viele Details gefunden und gönnen uns erst einmal eine Pause auf dem orangen Sofa. Im vor uns stehenden weißen Designmöbel sendet als einer der wenigen aktuellen Einrichtungsgegenstände die Yamaha-Soundanlage loungige Musik zur Entspannung aus und man versinkt in der Betrachtung des Raumes … der Blick schweift über die Carrera-Bahn und unzählige (wirklich unzählige) Autobücher von Exponat zu Exponat. Ja, man sitzt tatsächlich im Museum. Und es nimmt den Betrachter ein … In jedem Winkel des Raumes findet sich eine neue Überraschung: hier zwei original verpackte Walkie-Talkies, dort ein Telefunken-Fernseher.

 

Wie zufällig arrangiert ein 2002 tii – Schriftzug in einem Regalfach mit BMW-Literatur und einem runden 02-Rücklicht (was macht das da? – Einen guten Eindruck!). Und dann wandert der Blick nach oben auf die lange Reihe der Modellautos, in denen sich ganz selbstverständlich ein rotes Opel Commodore A GS/E Coupé und ein gelb-oranger Ford Capri 1 in der Reihe stehen. Und auch der blaue BMW 3.0 CS, den wir in der Halle schon gesehen hatten …

„Noch jemand eine Wurst?“ ruft Markus aus dem extra für uns aufgebauten Pavillon. Er hat (und ist) bestens aufgelegt und verwöhnt uns nicht nur optisch, sondern auch kulinarisch. Bei guten Gesprächen rund um seine und unsere Autos zeigen sich keinerlei Berührungsängste oder Attitüden – nur Leidenschaft für unser gemeinsames Hobby. Unsere Anschlusstermine haben wir lange sausen lassen, zu sehr ergreift uns dieses Gesamtkunstwerk. Sogar der Grill und die Kaffeemaschine sind Designstücke.

 

Markus ist ein Mann der sich den Luxus gönnt, schöne und ästhetische Formen zu genießen. Manchmal wird deshalb, quasi zu Studienzwecken, ein Fahrzeug aus der Sammlung herausgegriffen und vor die große Scheibe rangiert. Aufgrund der ausgeklügelten Beleuchtungsmöglichkeiten kann der Betrachter tageslicht-unabhängig vom orangen Sofa aus in aller Ruhe die Linienführung des Designers verfolgen. Erkunden. Nachvollziehen. Finden. Genial.

 

Wir müssen aber noch einmal auf die Empore. Hier findet sich noch eine stylische Ledergarnitur, die dem „Besitzer“ einen

Überblick über alle Autos gestattet. Natürlich gibt es auch hier diverse Exponate: in einer Vitrine sind 11 Sportlenkräder ausgestellt. Aha. Und nebenan ist man versucht, sich eines der 18 Autoradios auszusuchen, die auf dem Präsentationsdisplay warten: Blaupunkt? Becker? Grundig? Alle großen Marken der 70er sind vertreten und sicherlich ebenso einsatzbereit wie die Autos selbst. Und die Maserati- und Alfa-Romeo-Werbeschilder, die bei Schließung der Münsteraner Niederlassung über waren, hat Markus auch gerettet. Unser letzter Blick vor der Abreise bleibt am roten Teppich hängen, der einen Maserati Ghibli präsentiert …

Es ist einfach ein ganz grandioser Besuch, der hier heute nun leider schon wieder endet. Wir sagen: vielen vielen Dank für die Einladung und hoffen, lieber Markus, dass die Liste noch nicht so bald abgearbeitet ist. Der Platz in der Halle wird jedoch knapper … vielleicht musst Du den Spielteppich wegräumen, Markus!

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