V8 anblasen - schon bald ein traditioneller Saisonauftakt ?!

Der Sonntag fing schon schwierig an … mit einem Wecker, der nach einer kurzen Nacht um 8:00 Uhr klingelte. Etwas Frühsport war angesagt, also die Walking-Sticks aus dem Keller geholt und nix wie los … Nach ca. 10 Minuten fiel mir dann auf, dass der Hausschlüssel zuhause geblieben war, mit ihm der Garagenschlüssel und auch die Geldbörse … so wird das nix mit Brötchen und 300er abholen …

 

Zum Glück gibt es ja liebe Leute, die für solche Fälle einen Zweitschlüssel vorhalten. So konnte ich mit nur 15 Minuten Verspätung dann doch den Wagen aus der Halle holen und hatte das erste Problem schon mal gelöst. Jetzt schnell noch den Staub runterwischen und dann sind wir doch startbereit. Als ich jedoch mit dem nassen Lappen anfing zu wischen sah der Wagen aus wie mit Matsch beschmiert. Nix Feinstaub - feuchter Staub ! Erst beim dritten / vierten Waschgang änderte sich das – aber es wurde nötig, den GANZEN Wagen 3 bis 4 mal abzurubbeln. Und die Zeit lief. Schlussendlich hat es sich aber gelohnt, der Glanz des Lacks kehrte zurück und wir kamen pünktlich zum Startplatz in Leckermühle.

Da wir – wie immer – ohne Anmeldung anblasen war es wieder spannend zu sehen, wer alles einsteigt. Schließlich hatten sich mindestens zwei Neue angekündigt und der erste, Hein, wartete schon mit seinem 98er Dodge Ram Dakota. Dann kamen Horst und Fritz mit der Corvette, Hartmut und Anne (diesmal mit einem Chevrolet Blazer), Sascha, Stefan, Axel und dann auch noch Reinhard mit zwei Freunden (also logischerweise auch mit drei Autos !). So waren wir also mit 80 Zylindern und gaaaanz viel Hubraum versammelt. Nur Frank fehlte noch … Nach kurzer Abstimmung sammelten wir ihn mit seinem 66er Plymouth Belvedere in Vehrte „on the fly“ auf dem Weg nach Wallenhorst-Rulle ein. Über diese schöne Strecke schlängelte sich der Konvoi gemächlich (ist gar nicht so einfach, alle 11 mitzukriegen) in Richtung des Museums Industriekultur am Fürstenauer Weg in Osnabrück. Von der Einfahrt dort habe ich ein kleines Video gemacht, auf dem alle Fahrzeuge zu sehen sind. Üblicherweise sollen sich dort an jedem 2. Sonntag des Monats alle Freunde amerikanischer Fahrzeuge aus Osnabrück treffen; als wir kamen waren jedoch nur 5 – 6 Autos anwesend. So konnten wir aber bei mittlerweile schönem Sonnenwetter in aller Ruhe die Aussicht genießen und einen ersten Pott Kaffee trinken. 

Nach der Abfahrt übernahm dann Reinhard die Führung in Richtung Hollage, Westerkappeln und Ibbenbühren. Trotz einiger Ampeln klappte die Kolonnenfahrt sehr gut und wir trafen gemeinsam in Hörstel-Riesenbeck am neuen Domizil von fahrtinsglueck.de ein. Unsere Autos wurden in die Sonne gestellt und wir konnten uns den Schätzchen in Reinhard’s Halle zuwenden.  

Mit drei Autos aus dem Bestand hatte er ja bereits an der Fahrt bis hierhin teilgenommen: ein weißer 76er Cadillac Fleetwood Talisman (das Top-top-top-Modell der seinerzeitigen Ausstattungsvarianten inkl. Luftgefederter Hinterachse, Lederausstattung, Klimaanlage und und und …); ebenfalls dabei war ein weißes Cadillac de Ville Heckflossen-Cabrio Jahrgang 1962 mit hellblauem Dach und sein goldenes 8,2L-Eldorado-Coupé mit Frontantrieb. Mit dem letztgenannten Cadillac-Coupé können Sie sich NICHT zur Hochzeit oder zur Tanzschule fahren lassen. Aber es stehen für solcherlei Anlässe, neben den weißen Caddys, noch diverse weitere Fahrzeuge (auch in verschiedenen Farben und aus verschiedenen Jahrgängen) zur Verfügung. Hier ein kurzer Überblick:

Wie unschwer zu erkennen schlägt Reinhard’s Herz sehr überwiegend im 8-Zylinder-Takt. Aber auch Limousinen mit kleineren Motoren, wie die beiden Citroen-„Gangster-Limousinen“, sind als Hochzeitsfahrzeuge sehr gefragt. Falls Sie also einen 11CV (4 Zylinder) oder einen 15CV (6 Zylinder) für Ihre Fahrt zum Altar buchen möchten – reservieren Sie frühzeitig. Für den Transport eines Brautpaares inklusive Trauzeugen und Blumenkindern ist dann aber die Stretch-Limousine mit Platz für 8 Fahrgäste auf einer Länge von 8,60m besser geeignet. Das Lincoln Town Car, V8, Baujahr 2002, bietet auch bei Staus oder Umwegen Zerstreuung unter dem Sternenhimmel mit Bordbar, Video-TV und Spiegeldecke.

Falls Ihnen die Stretch-Limo zu flach und zu lang und zu jung sein sollte - kein Problem ! Dann nehmen wir den hohen, imposanten, wuchtigen, schwarzen Cadillac Touring Sedan Jahrgang 1941 (!). Luxus hieß vor mehr als 75 Autojahren: Reihenachtzylinder, Veloursausstattung und das erste serienmäßig in den USA verbaute Automatikgetriebe mit 4 (!) Vorwärtsgängen. Natürlich kann der Chauffeur zu diesem Wagen eine interessante Herkunfts-Geschichte erzählen. Dem britischen Vorbesitzer war das Auto nämlich einfach zu repräsentativ. Ja, Sie haben richtig gelesen – der gute Mann wollte es damals lieber etwas kleiner angehen lassen und tauschte den Kaufpreiserlös gegen ein kleineres, weniger auffälliges Auto. Er wollte „nicht General sein sondern einfacher Soldat“ auf dem Schlachtfeld des modernen Straßenverkehrs. Da dachte Reinhard: wenn ich helfen kann – warum nicht ?

 

Ein weiterer Britannien-Import ist der mintgrüne 58er Ford Edsel Citation. Die Überführung wurde lebensgefährlich, als während der Fahrt zur Fähre das linke Vorderrad von den Stehbolzen rutschte und, mangels Radmuttern, verloren ging. Einfach so. Nach einem Riesenschreck und mit viel Adrenalin im Blut wurde versucht, das wiedergefundene Rad notdürftig mit Hilfe jeweils einer Radmutter der übrigen drei Räder wieder anzuschrauben, damit der Wagen mit auf die reservierte Fähre konnte. Aber auch dies gelang nicht, weil die Stehbolzen blank waren. Kein Gewinde mehr da. Und beim Verkäufer seit der Abfahrt nur noch die Mailbox erreichbar … So werden Legenden geboren … heute zählt der Wagen dafür zu Reinhards persönlichen Lieblingsstücken. 

Ein weiteres Lieblingsstück ist der Fleetwood 60 Special Brougham, Jahrgang 1967. Ein Traum in Champagner-Gold, Innenausstattung creme, Klimaanlage und extra große Türen für den bestmöglichen Einstiegskomfort der Fahrgäste auf den Rücksitzen. Einmal in den Sitzpolstern angekommen klappt man einfach das Tischchen und die Fußbank aus. Und genießt die Fahrt.

 

MEIN Favorit in der beeindruckenden Sammlung ist aber der mintgrüne Heckflossen Caddy aus dem Jahr 1960. Als Cabrio DER Hingucker schlechthin und für viele Fans fast der Inbegriff der amerikanischen automobilen Dekadenz Ende der 50er Jahre. Nur das Modell Jahrgang 1959 ist mit seinen Raketen-Rücklichtern in den Heckflossen noch legendärer. Ich habe mich direkt für eine Probefahrt angemeldet ! Und ich möchte auch ins Testament eingetragen werden …!

Eine wirklich tolle Sammlung hat Reinhard zusammengetragen. Seine Fahrzeuge stehen alle zur Anmietung für schöne Anlässe aller Art bereit. Viele Informationen gibt es im Internet unter www.fahrtinsglueck.de oder direkt telefonisch: 05428 - 933 64 und 0152 - 037 62 047. Auf der Website sind noch weitere Fahrzeuge vom Ford Mustang über Opel Kapitän bis zum Mercedes Ponton im (Miet-)Angebot.

Nach intensiver Besichtigung waren wir gerade dabei in Richtung McDonalds Ibbenbühren aufzubrechen, als Frank an der Laufschiene des Rolltores sein linkes Auspuffrohr verlor. Trotz aller Zusicherungen, dass sich der Wagen nunmehr doch besser anhöre als vorher und er deswegen in Unterführungen nicht weniger Gas geben dürfe, nahm er das Missgeschick dann doch zum Anlass, sich auf den Heimweg zu machen. Dem Umfang des Schadens nach zu urteilen dürfte der Plymouth aber bereits wieder vollständig straßentauglich sein.

In einer Reststärke von 5 Autos nahmen wir dann den Nachmittag auf der Autobahn in Richtung Riemsloh unter die Räder und trafen gegen 15:00 Uhr am E-Center in Spenge ein. Das dortige Treffen wird schon seit Jahren von unseren Stammtischfreunden Peter und Ingrid mit organisiert und genießt sehr guten Zuspruch. Wie so häufig läuft „das Hauptgeschäft“ aber auch hier vormittags und in der Mittagszeit, sodass uns einige Teilnehmer bereits abreisend entgegenkamen. Trotzdem reichte es noch für ein paar eindrucksvolle Erinnerungsbilder:

Von dort aus zerstreute sich dann unsere Ausfahrt und jeder fuhr auf seiner nach Hause. So entspannt und freundlich setzen wir die Tradition des V8-Anblasens gerne fort ! Vielen Dank an alle Teilnehmer und auf bald !

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Der Altkreis Wittlage war bis 1972 ein eigenständiger Landkreis.  Dann wurden die Altkreise Bersenbrück, Melle, Wittlage und Osnabrück zum Landkreis Osnabrück zusammengefasst. Der Altkreis Wittlage hat ca. 38.000 Einwohner und umfasst eine Fläche von ca. 315 km².